Londoner solves 20,000-year Ice Age drawings mystery

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Londoner solves 20,000-year Ice Age drawings mystery

Beitragvon Roeland Paardekooper » 05.01.2023 11:02

A London furniture conservator has been credited with a crucial discovery that has helped understand why Ice Age hunter-gatherers drew cave paintings.


https://www.bbc.com/news/uk-england-london-64162799
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Re: Londoner solves 20,000-year Ice Age drawings mystery

Beitragvon Monolith » 05.01.2023 18:53

Spannend! Aber ist er tatsächlich der erste, der diese Überlegungen angestellt hat?
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Re: Londoner solves 20,000-year Ice Age drawings mystery

Beitragvon Pitassa » 06.01.2023 01:51

Hi Roeland,

ich meine auch, das ist wirklich interessant ! Der Ansatz, dass an diesen Fundplätzen bereits jeweils ein Kalendarium zur Einteilung der Jahreszeiten vorliegen könnte, ist überzeugend und scheint sehr plausibel zu sein.

Hinweise darauf, dass der im Neolithikum lebende Mensch bereits zählen konnte, ergaben sich auch in Hinblick auf die Beigaben im Kindergrab von Arma Veirana.

Wäre nicht überrascht, wenn sich diese Auffassung in Fachkreisen beizeiten durchsetzen würde.

So long

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Re: Londoner solves 20,000-year Ice Age drawings mystery

Beitragvon ulfr » 06.01.2023 12:15

Mal wieder ein typisches "Erster! Ältester! Höchster! Größter! usw. usf."
Überlegungen in dieser Richtung werden schon angestellt, seit die Malereien und Schnitzereien bekannt sind - liegt ja auch nahe.
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Re: Londoner solves 20,000-year Ice Age drawings mystery

Beitragvon Sculpteur » 06.01.2023 13:49

Mit Verlaub.
Die Malerei ist ja nicht von heute auf morgen einfach so entstanden und über Eigenarten von Künstlern kann nur spekuliert werden. Es ist nicht richtig, prähistorischen Künstlern automatisch anzudichten, dass ihre Art und Weise Kunst zu machen stets zweckgebunden war.
Diese Marken können alles mögliche bedeuten.
Wir können ohne weitere Anhaltspunkte heute wohl kaum fundiert beurteilen, welchen wirklichen Grund diese Marken haben, uns allerhöchstens (nach Ockham) spekulativ annähern und so sollte es auch formuliert werden.
Der Herr auf dem Bild ist sicherlich nicht der erste, der Überlegungen in diese Richtung angestellt hat und auch die Fragestellung, "wer zuerst war", kann heute überhaupt nicht objektiv eruiert werden.
Es kann nicht einmal behauptet werden, dass dieser Herr der Erste ist, über dessen Arbeit veröffentlicht wurde, denn vor ungefähr 20 Jahren gab es weltweit bereits soviele Neuerscheinungen allein im belletristischen Bereich, dass es nicht möglich war, sie zeitgleich auf Mikrofilm zu bannen.
Vielleicht hat bereits igendjemand auf der Welt in einer Schülerzeitung darüber veröffentlicht und wir wissen es nur nicht.
Ich halte auch überhaupt nichts von dieser "Zuerst-Mentalität", denn sie schließt alle anderen, die um die Erforschung eines Themas bemüht sind per Formulierung aus und ignoriert, welche Vorleistungen erbracht werden mussten, damit der Herr auf dem Foto überhaupt forschen konnte.
Forschung, die schlagzeilenträchtig daher kommt, ist eher etwas für die Regenbogenpresse.
.
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Re: Londoner solves 20,000-year Ice Age drawings mystery

Beitragvon Blattspitze » 06.01.2023 19:29

Der Originalartikel
Bacon, B., Khatiri, A., Palmer, J., Freeth, T., Pettitt, P., & Kentridge, R. (2023). An Upper Palaeolithic Proto-writing System and Phenological Calendar. Cambridge Archaeological Journal, 1-19. doi:10.1017/S0959774322000415

kann hier im open access heruntergeladen werden:

https://www.cambridge.org/core/journals ... /firstview

"Our data indicate that the purpose of this
system of associating animals with calendar information was to record and convey
seasonal behavioural information about specific prey taxa in the geographical regions of
concern"


Ich habe das wundervolle Lascaux-Buch von N. Aujolat, der Merkmale der Saisonalität der dargestellten Tiere und das Vorhandensein jährlicher biologischer Zyklen aufzeigte, die in den verschiedenen Tierthemen dargestellt wurden.

Ich finde den Artikel sehr Interessant, habe aber zunächst Schwierigkeiten damit, das über Jahrzehntausende und verschiedene "Kulturen" hinweg die gleiche Interpretation der Intentionen prähistorischen Künstler möglich sein soll.

Und die "erster, höher, weiter" - Thematik empfinde ich gar nicht als anrüchig, 'honorem ei, qui meritur' - frei übersetzt Ehre, wem Ehre gebührt. Ich vertraue auch zunächst den Autoren, dass der Ansatz in dieser Form neu ist, schließlich werden ähnliche, aber eben nicht gleiche Interpretationen anderer im Artikel referiert.
"Was an der Unverschämtheit des Heute
gegenüber der Vergangenheit tröstet, ist die
vorhersehbare Unverschämtheit der Zukunft
gegenüber dem Heute." Nicolás Gómez Dávila
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