Bronzezeitliche Mode

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Beitragvon Steve Lenz » 19.06.2008 21:25

Rock doppelt gelegt? Obere Lage mit Fransen? Der einzige Gürtelhaken, welcher die Kriterien FBZ Männergrab erfüllte war ein sehr simpler triangulärer aus der Schweiz, welcher in Bronze (FO Thun) wie auch in Knochen (FO Sion) vorliegt. Alternative wäre ein geknoteter textiler Gürtel. (Die Mehrheit bronzezeitlicher Gürtelschließen aus Metall entstammen weiblichen Grablegen/ Urneninhalten.)

Schmuck bei Männern waren Tierzähne und - wohl ins Haar - gewickelte Schleifenringe aus Golddraht.

Schuhe: Entweder dieses puristische Lederoval mit Randlochung oder aber mal ganz verwegen Pfahlbau-Adiletten (habe noch 5mm starkes Rindernackenleder auf Lager).

Oben drüber Ovalmantel?
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Beitragvon Blaubär » 20.06.2008 15:53

Also auf mich macht die Figur den Eindruck ,das es sich um eine Tunika/einen Mantel handelt. Bei der Frontansicht könnte man an eine Halskette etc. denken, die Rückseite läßt mich persönlich denken, das es Verzierungen sind.
Also ich würde da eher eine Tunika mit tiefem Halsausschnitt rekonstruieren. Aber mir fehlt halt auch mal wieder das nötige Wissen zu Vergleichsfunden dieser Zeitstellung.

Grüße
Blaubär
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Beitragvon Steve Lenz » 20.06.2008 15:55

Es gibt halt Bronzehalsreifen mit Spiralenden von 10cm Durchmesser - die würden gut auf die Halszier der Figur passen.
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Beitragvon Chris » 20.06.2008 19:53

einfacher textiler Gürtel über Rock mit eingewebten Verzierungen, ähnlich dem Fragment aus Irgenhausen?
Me transmitte sursum, Caledoni!
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Beitragvon Steve Lenz » 20.06.2008 20:01

Die Gestaltung des Fragments von Irgenhausen passt natürlich top auf die Muster auf dem Idol von Klicevac. Hätte schon was. Bin mir eh nicht sicher, ob jene Figurine tatsächlich als weiblich ansprechbar ist.
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Mal ein andere Ansatz

Beitragvon Dago » 25.06.2008 17:54

Die Kombination kurzer Doppelgelegter Rock und freier Oberkörper bei Männern erinnert mich stark an Abbildungen der Hethiter. Dort ist auch eine kurz oder lange Tunica oder auch ein langer Rock abgebildet, in Kombination mit Schnabelschuhen.
Die Hethiter sprachen ja bekanntlich eine Indoeuropäische Sprache und kannen ev. ursprünglich vom Balkan.
Vielleicht hilft ja ein Vergleich in die Richtung weiter
Grüsse
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Beitragvon Steve Lenz » 25.06.2008 21:48

Was den Schnitt anbelangt habe ich mich mittlerweile festgelegt - jetzt geht?s um das Material und evtl. Webmuster. Irgenhausen wäre eine Sache, allerdings halt endneolithisch, würde aber zu den FBZ-Plastiken aus Klicevac und Dupljaja passen. Allerdings sind das Idole und wohl keine gewöhnlichen Menschen. Lieber etwas schlichter.

Mir stellt sich nur die Frage, inwieweit die Rautenmuster auf Steinstelen tatsächlich auch solche darstellen. Könnte doch auch Hahnentritt sein. Und damit kommen wir mal wieder in den Bereich des FO Gerum.

Ich bitte die Textilfraktion mal um einen TED:

Hahnentritt in der FBZ denkbar?
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Beitragvon Thomas Trauner » 26.06.2008 08:37

Leider ist Sylvia noch offline. Ich glaube mich aber erinnern zu können, dass das Stofffragment von Irgenhausen neu in die UK datiert wurde. Irgendwo hier an board hat Sylvia und/oder Chris dies gepostet.

Die Steinstelen aus Petit Chausseur werden endneolithisch datiert, noch vor den Glockenbecherleuten. Die Stelen wurden von diesen als Spolien in ihre Gräber eingebaut, datieren demnach früher.

Dieser dreirädrige Entenwagen aus dem Balkan würde für mich die Vorlage liefern.

Mäntel trugen sie übrigens. In der FBZ tauchen ja sofort Brz-nadeln auf.

Just my two cents

Thomas
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Beitragvon S. Crumbach » 26.06.2008 09:08

Irgenhausen gehört lt. Weniger in Richtung Uk. Außerdem liegt ein weiterer Fund von eingelesenen Mustern für Oberitalien vor (Lago di Legro, lt. Barber).

Hahnentritt sehe ich irgendwie nicht so ......
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Beitragvon Steve Lenz » 08.12.2008 21:27

Habe soeben ein mir bislang unbekanntes Bild eines Fundes aus der Taklamakan gefunden:

http://www.sodahead.com/blog/17404/a-me ... c-mummies/

Man muss sich wohl doch von "Keine Zöpfe bei Kelten!" entfernen! :wink: Ich kann mich aber anbetracht des Toten nicht des Eindrucks erwehren, dass er regelrecht arrangiert wirkt. Weiss auch nicht, weshalb ich in diese Richtung tendiere...
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Beitragvon Hans T. » 08.12.2008 22:11

Wie datiert denn dieser Fund...? Ich werd' aus dem Text nicht schlau.

H.
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Beitragvon marled » 08.12.2008 23:19

Wenn man das Bild separat anklickt und dann diesem Pfad folgt, kommt man zu einem merkwürdigen Forum. Ich habe jetzt nicht alles ausführlich gelesen, aber es erscheint mir zumindestens mal nicht sehr wissenschaftlich fundiert!
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Beitragvon Steve Lenz » 08.12.2008 23:42

So wie ich das verstanden habe, Hans, ist das ein Zeitgenosse des Cherchen-Mannes. Und die datieren (nach Parzinger) in frühe Eisenzeit.
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Beitragvon S. Crumbach » 09.12.2008 09:06

Der Mann auf dem Bild sieht dem Mann mit der Sonne auf der Wange schon sehr ähnlich. Ich hätte gern mehr Bilder :idea:

Off-topic: der Schnurbart in der Männermode ist eher bedenklich, Steve ......
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Beitragvon Steve Lenz » 09.12.2008 09:52

Off-topic: der Schnurbart in der Männermode ist eher bedenklich, Steve ......


Keine Sorge, bei mir schlägt meine Ost-Verwandschaft durch: Ich kann höchstens mit einem Taras-Bulba-Bart dienen. Schnäuzer is nich! :lol:
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