das fürstengrab von wünnenberg-fürstenberg

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das fürstengrab von wünnenberg-fürstenberg

Beitragvon textor » 24.06.2007 00:13

hier die ersten bilder von wünnenberg-fürstenberg grab 61 (mitte 6tes)
der kleine eimer: das holz ist in den letzten jahren im trockenen keller geschrumpft .dadurch ist der eimer nicht mehr so konisch wie früher.
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textor
 

Beitragvon Nika E.S. » 24.06.2007 12:48

Sieht nicht schlecht aus... aber ich kenne diese Zeitstellung kaum.
Muß der so klein sein, oder wurde der im Maßstab verkleinert?

Sind die Beschläge aus Messingblech/Tombak? Ist das auch bei der Vorlage?
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Beitragvon textor » 24.06.2007 17:55

maßstab 1:1 ,beschlägematerial nicht näher beschrieben. datiert ab 550 n.c. /fränkisch/fundort : SÖ von paderborn
P.S. habe das eimerchen am gürtel getragen
textor
 

Beitragvon Steve Lenz » 24.06.2007 18:01

Irgendwie knuffig! Aber schöne Arbeit!
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Beitragvon S. Crumbach » 24.06.2007 20:58

Sehr hübsch - aber was macht das Trinkgefäß am Gürtel? :?:
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Beitragvon textor » 25.06.2007 23:38

nachtrag zum eimer: die zeichnungsvorlage.
warum am gürtel?wie sonst wenn man die hände mit dem rest vom grab voll hat!
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die gürtelbeschläge
das vernähen der hafteln hatte nicht gehalten,aber durch die knochenstäbchen sitzen die hafteln perfekt.
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die franziska
gross und schwer
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textor
 

Beitragvon Steve Lenz » 26.06.2007 00:39

Die Idee mit den Knochenstäbchen finde ich pfiffig - ich selbst habe auch die Hakenlöcher eines Hallstattgürtels mit Knochen verstärkt.

Gibt?s in dem Grab Hinweise auf derartige Stifte?
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Beitragvon textor » 26.06.2007 13:45

leider gibt es keinen hinweiss auf knochenstifte,
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der schildbuckel mit handhabe
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die "drei Pfeilspitzen" sind geschäftet und schwerpunktmässig ausgewogen. schaftlänge zwischen 170 und 230 cm.
aus den "pfeilspitzen"
sind leichte speere geworden, "bebren" wie bei vegetius als "bebren" beschrieben.
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textor
 

Beitragvon Metellvs » 29.06.2007 19:10

Ahoj Landsmann,
Sehe ich richtig, daß Du den Schild gerade gemacht hast? Soweit ich mich erinnere sind beide Seiten der Handhabe regelmäßig gebogen, nicht verbogen, was implizieren würde, daß der Schild ebenfalls gebogen war.
Metellvs
Metellvs
 

Beitragvon textor » 30.06.2007 21:44

zwei argumente daß das schild gerade war
1tens:der rand des schildbuckel ist plan.2tens: das schild ist im trockenen zustand in die feuchte erde gelegt worden und danach
nahm das holz das ganze wasser auf und begann zu quellen. duch die volumen zunahme wuchs das holz in die breite,die schildfessel aber nicht daher die wölbung (in der zeichnung ist die wölbung nicht symetrisch).
textor
 

Beitragvon Metellvs » 01.07.2007 09:43

Ich habe mir die Zeichnung noch einmal angesehen und möchte sagen, daß die rechte Seite der Schildfessel zwar nicht so gewölbt ist wie die linke, was der Theorie nach einem gewölbten Schild aber keinen Abbruch tut. Und der Rand kann doch plan sein. Wie steht es denn mit anderen Schildfesselfunden? Mir ist da im Moment keine andere bekannt, die gebogen wäre. Vielleicht kann ja einer der anderen Krieger hier im Forum mal in seinem Fundus nachschauen wie es darum steht. Ich werde deswegen mal direkt beim Amt dort nachfragen. Und beim Eimer selbst, obwohl er ja Gebrauchspuren aufweist, ist ja auch fraglich, ob er denn überhaupt für die Aufnahme von Flüssigkeiten bestimmt war.
Metellvs
 

Beitragvon textor » 02.07.2007 22:42

zu den anderen schildfesseln müßte ich noch einiges an literatur duchblättern.
hier einige fotos von der schnalle der tasche ,vom feuereisen und der lanzenspitze.

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textor
 

Beitragvon Metellvs » 03.07.2007 23:42

Ich habe in einem alamannischen Gräberfeld Schildbuckel mit einem ähnlich schrägen Rand wie in Fürstenberg-Wünnenberg gefunden. An einem der Schildbuckel waren an diesem noch reste einer Unterfütterung aus Holz und Leder vorhanden, so daß man anscheinend den Buckel auf gerades Holz nageln konnte. Andererseits ist mir eine Abbildung bekannt die ganz offensichtlich fränkische Schilde zeit die gerundet sind. Ich muß noch einmal schauen ob ich sie wieder :oops: finde.
Metellvs
 

Beitragvon Metellvs » 04.07.2007 10:51

Guten Morgen auch,
Ich werde mal von dem alamannischen Schildbuckel ein Photo machen. Es besteht ja auch die Möglichkeit, daß beide Arten von Schilden, der gerade und der gebogene, nebeneinander her vorgekommen sind. Schaun mer mal. Wie gesagt, ich habe mal beim Amt in NRW nachgefragt und bin gespannt auf die Antwort.
Zuletzt geändert von Metellvs am 12.07.2007 11:14, insgesamt 1-mal geändert.
Metellvs
 

Beitragvon R. Schumann » 04.07.2007 13:13

ALso soweit man es von der Krempe der Schildbuckel beurteilen kann scheint es grade und gebogene Schilde gleichzeitig gegeben zu haben. Die Schildfesseln sind ja leider oft, wenn sie überhaupt da sind ziemlich schlecht erhalten, weshalb da oft keine aussagen möglich sind.
Den Befundzeichnungen nach zufolge scheint es sich bei Hochemmerich Grab 11 um eine gerade Krempe und Schildfessel zu handeln; Auch in RIll Grab 69 scheint die Schildfessel (bzw deren kläglichen Überreste) gerade gewesen zu sein. Ih denke jedoch, dass gerade und gebogene Schilde leichzeitig vorgekommen sind, man schaue sich nur die Schildbuckeltypologie von Marktoberdorf an, da laufen gerade und gebogene lustig durcheinander, auch wenn die gebogenen überwiegen und tendenziell eher die früheren darstellen.

MfG
R. Schumann
 
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