Altägyptische Schmuckherstellung

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Altägyptische Schmuckherstellung

Beitragvon Sculpteur » 26.04.2023 17:25

DISCLAIMER:
Vor einer Nachahmung der in dieser Dokumentation gezeigten handwerklichen Arbeitstechniken wird AUSDRÜCKLICH GEWARNT! Die in dieser Fotodokumentation gezeigten handwerklichen Techniken der Werkzeugherstellung und der handwerklichen Steinbearbeitung belasten den Körper extrem stark und stellen eine große Gefahr für die körperliche Gesundheit dar (z.B. durch Entstehung gefährlicher Stäube, Risiko von umherfliegenden scharfkantigen Splittern, extreme Belastung von Körpergelenken, -sehnen, -bändern und Muskeln bis hin zu ernsthaftem Gelenkverschleiß, Quetschungen, Prellungen, Verstauchungen, Knochenbrüche, langfristige Beeinträchtigung des Gehörs bis hin zu schwerwiegenden Gehörschäden. Die in dieser Dokumentation gezeigten handwerklichen Arbeitstechniken sind NIEMALS dafür geeignet, ohne spezielles, zertifiziertes Training und Ausbildung, ohne spezielle persönliche Schutzausrüstung und ohne strikte Einhaltung der Grundregeln der Arbeitssicherheit ausgeführt zu werden.
Aufgrund des die körperliche Gesundheit und Versehrtheit hochgradig belastenden Charakters der demonstrierten Handwerkstechniken können die in dieser Dokumentation gezeigten demonstrierten handwerklichen Arbeitstechniken nur ansatzweise und beispielhaft demonstriert werden. JEDE (jegliche und auch nur ansatzweise) NACHAHMUNG der in dieser Dokumentation gezeigten handwerklichen Arbeitstechniken durch Kinder, Minderjährige und in in ihrer Handlungs- und Entscheidungsfähigkeit eingeschränkten Personen (die Definitionen der genannten Personengruppen sind auch jeweils abhängig von der entsprechenden Rechtssprechung eines jeweiligen Landes) sollte in jedem Fall unbedingt verhindert werden. Die dargestellten Handwerkstechniken sind für die Nachahmung durch solche Personengruppen nicht geeignet.
Trotz sorgfältiger Prrüfung durch den Dokumentator keine Haftung für die Korrektheit und korrekte Darstellung und Beschreibung sämtlicher Inhalte.

Ich kann nur betonen (als Handwerksmeister empfinde ich es als meine Verpflichtung), vor einer Nachahmung der in dieser Beitragsreihe nur periphär angerissenen Vorversuche unbedingt zu warnen. Die Nachahmung ist keinesfalls empfehlenswert, denn die Vorgehensweisen und Methoden zur Rekonstruktion, bzw. Nachahmung der Methoden der Metallbearbeitung können (auch bei nur kurzzeitiger Anwendung) extrem gesundheitsschädigend sein und ernsthafte Folgeschäden nach sich ziehen. Auch ist zu betonen, dass der Umagng mit Kupfermaterialien (je nach Materialzusammensetzung und Kupferart) besonderer Sicherheitsvorkehrungen bedarf.
Auch vor dem Umgang mit offenen Flammen und Feuer ist unbedingt zu warnen (Verbrennungsgefahr, Gefahr des Einatmens von giftigen Rauchgasen, Gefahr einer Bandverursachung).

Bitte nicht nachmachen! :18:

Heute habe ich ad hoc heisschmiedend (über der Flamme eines Outdoor-Gaskochers) ein kleines "Röllchen" aus einem Stück Kupfer von 1 mm Stärke mit den Abmessungen 20 x 20 mm geformt. Die Herstellung dieses "Röllchens" ist eine kleine Vorübung für die eines Tages geplante Rekonstruktion altägyptischer "Metallperlen" aus Meteoriteneisen (fraglich, ob sich mir eine Quelle für Meteoriteneisen überhaupt erschließen wird).

Das "Röllchen" ist als aus Kupfer gefertigtes Objekt gleichermaßen geplant im Einsatz als Mini-Hohlbohrer im Bereich der Hartgesteinsanbohrung nach historischen (speziell altägyptischen) Methoden. Deshalb habe ich das Röllchen nochmals im eigenen Thema an folgender Stelle gepostet:

http://www.archaeoforum.de/viewtopic.ph ... 6&start=45

Mit diesem Röllchen plane ich zusätzlich, demnächst ein Stück Basalt (handelsübliches Kopfsteinpflaster) in Verbindung mit feinem Quarzsand als Abrassiv in oben genanntem Alternativthema anzubohren.

Zuvor plane ich, das Röllchen zu löten; dabei möglichst in Anlehnung an historische Methoden.

Der Durchmesser des Röllchens beträgt ungefähr 7,2 mm (Außen) und 5,1 mm (Innen).

Geschmiedet habe ich mit einem handlichen Flußkiesel mit einem größeren Steinbrocken als Unterlage. Das Kupferblech würde zuvor mit einer Wasserrohrzange in die grobe Form gebracht und teils kalt- teils heisschmiedend um einen konisch zugeschnittenen Kupferdraht von 5 mm Durchmesser herum in die Endform geschmiedet. Der Draht, bzw. Kupferstab auf dem geschmiedet wurde, wurde von mir zuvor als Bohrspitze für die Anbohrung von Basalt verwendet (siehe vorherige Threads.

Material: CU 99,9%, halbhart

Quellen:
(folgen in Kürze)

- mehr dazu später -
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Kupferröllchen U = 20 mm.jpg
Kupferröllchen U = 20 mm bei 1mm Blechstärke.
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Re: Altägyptische Schmuckherstellung

Beitragvon Monolith » 29.04.2023 12:26

Interessant! Viel Erfolg!
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Re: Altägyptische Schmuckherstellung

Beitragvon Sculpteur » 29.04.2023 12:55

Vielen Dank, Monolith!
Ja, ich bin selbst sehr gespannt!
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Re: Altägyptische Schmuckherstellung

Beitragvon Sculpteur » 12.05.2023 17:03

In einem entsprechenden heutigen Vorversuch mit der Fragestellung nach den Möglichkeiten, das angefertigte Kupferröllchen zur Vorbereitung für die geplante Hartlötung zu schleifen und anzupolieren hat sich folgendes gezeigt (das Vorhaben, das Kupferröllchen dabei zuvor zu löten, habe ich verworfen und entschieden, das Kupferröllchen zunächst zu beschleifen und anzupolieren; mir fehlt zum Löten noch das entsprechende Equipment):

- eine Stirnseite des Kupferröllchens ließ sich sehr gut auf einem Stück handelsüblichem Basalt planschleifen, indem das Kupferröllchen wie ein Fidelbohraufsatz verwendet wurde. Das Kupferröllchen wurde dafür von mir auf einen Schaft aus Hickory (Holzbezugsquelle USA) aufgeschäftet. Der Schaft bestand dabei aus einem Abschnitt eines handelsüblichen Drumsticks.
Als Abrassiv zur Anwendung kam handelsüblicher Vogelsand (Zusammensetzung laut Angaben des Inverkehrbringers: 93% feiner Quarzsand, 3,5% Juracalcit, 3,5% Muschelgrit).

- die "Anpolitur" bzw. Politur der Stirnseite und eines Teils des Korpus' des Kupferröllchens erfolgte durch die Verwendung des Kupferröllchens als Bohraufsatz in Baumberger Kalksandstein, einem sehr homogenen und extrem weichen Kalksandstein, der in der Region nordwestliches Münsterland abgebaut wird.

Der so entstandene Fidelbohrstab wurde in entsprechenden Vorversuchen verwendet, die in diesem Thema bei nächster Gelegenheit beschrieben werden:

viewtopic.php?f=22&t=6706&start=45

Durch die Vorversuche im Bereich des Fidelbohrens (hier an Basalt und Baumberger Kalksandstein) sind die Abmessungen des Kupferröllchens - ausgehend vom für die Herstellung verwendeten ursprünglichen Kupfermaterial (hier Kupferblech von 20 x 20 mm, halbhart bei 1 mm Stärke) - auf eine Röllchen- bzw. Bohrkopflänge von ca. 16,5 mm reduziert worden. Es ist also davon auszugehen, dass nach Planschleifen und Anpolieren der anderen Stirnseite des Röllchens ein Kupferröllchen von vermutlich etwa 12 bis 14 mm Länge bei einem äußeren Umfang von etwa 20 mm verbleiben wird, das sich zu einem Schmuckstück bzw. Bestandteil eines Schmuckstücks weiterverarbeiten lässt.

Mit diesem "Two-in-one"- Prinzip war es somit möglich, in einer Vorversuchsserie Erkenntnisse in zwei völlig verschiedenen Bereichen zu gewinnen.

Die Planschleifung der Stirnseite des Kupferröllchens erfolgte dabei mit trockenem Quarzsand.
Die wesentliche Anpolitur der einen Seite des Kupferröllchens ergab sich dabei - soweit das im Nachhinein von mir beurteilt werden kann - in der Anwendung einer Bohrweise mit feuchtem bis hin zu nassem Quarzsand.
Diese Aussage wäre bei dem Vorhaben, die andere Seite des Kupferröllchens anzupolieren, nochmals zu erörtern.
Geplant ist von mir außerdem, den Korpus des Kupferröllchens auf Basalt und Baumberger Kalksandstein (bei Verwendung des Vogelsands als Abrassiv fein auszuschleifen und anzupolieren, um dann eine Hartlötung mit entsprechend noch zu konzipierenem Lot und Equipment durchzuführen.
Die Lötung wird dabei aus Gründen der Einfahheit und Machbarkeit geplant mit einem modernen Lötbrenner durchgeführt (es handelt sich wie erwähnt nur um einen Vorversuch, die Durchführung einer Hartlötung auf Holzkohlefeuer nach historischen Vorbildern erfordert zunächst noch weitere Recherche und weitere zuvor zu erwerbende Erfahrungen sowie Vorbereitungen).

QUELLEN:

deutschsprachige Wikipedia:

Bibliografische Angaben für „Basalt“
Seitentitel: Basalt
Herausgeber: Wikipedia – Die freie Enzyklopädie.
Autor(en): Wikipedia-Autoren, siehe Versionsgeschichte
Datum der letzten Bearbeitung: 3. Mai 2023, 20:57 UTC
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Datum des Abrufs: 12. Mai 2023, 16:19 UTC

Bibliografische Angaben für „Baumberger Kalksandstein“
Seitentitel: Baumberger Kalksandstein
Herausgeber: Wikipedia – Die freie Enzyklopädie.
Autor(en): Wikipedia-Autoren, siehe Versionsgeschichte
Datum der letzten Bearbeitung: 30. Januar 2023, 21:36 UTC
Versions-ID der Seite: 230378480
Permanentlink: https://de.wikipedia.org/w/index.php?ti ... =230378480
Datum des Abrufs: 12. Mai 2023, 16:20 UTC
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Kupferröllchen U 20 mm schleifen u. Polieren.
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Re: Altägyptische Schmuckherstellung

Beitragvon Sculpteur » 15.05.2023 20:30

Feinschliff des Kupferröllchens auf hartem Ibbenbürener Sandstein und anschließende Politur auf sehr weichem Baumberger Kalksandstein.
Als sehr praktisch für die "Veredelung" der durch vorheriges Beklopfen mit einem Klopfstein rauhe Kupferoberfläche erwies sich das Aufziehen bzw. Aufschäften auf ein sehr schlank konisches Holzstäbchen (hier handelsüblicher Pinsel entsprechender Stärke und Ausformung).
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Kupferröllchen feinschleifen und Polieren.
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Re: Altägyptische Schmuckherstellung

Beitragvon Sculpteur » 16.05.2023 11:46

Das fertig feingeschliffene und stellenweise anpolierte Kupferröllchen mit noch fehlender Lötung.
Das Kupferröllchen wurde an der Außenseite - wie bereits erwähnt - auf einer glatten Oberfläche Ibbenbürener Sandstein unter Zugabe von Wasser und etwas feinem Quarzsand feingeschliffen (mit handelsüblichem Vogelsand; Zusammensetzung laut Angaben des Inverkehrbringers: 93% feiner Quarzsand, 3,5% Juracalcit, 3,5% Muschelgrit).
Die stellenweise Anpolitur erfolgte auf genässtem Baumberger Kalksandstein. Hier habe ich dabei darauf geachtet, dass sich keine Quarzkörnchen auf den Schleifbereich der Kalksteinoberfläche verirrt hatten. Diese hätten Riefen in der bereits fein beschliffenen Kupferoberfläche erzeugen können.
Mit der entstehenden Schleifschlämme aus Kalksandstein habe ich unter Verwendung eines kleinen Bäuschchens Klempnerhanf das Kupferröllchen testweise polierend abgerieben: Dieser Arbeitsschritt ist für den Feinstschliff und die Feinpolitur nach der Lötung vorgesehen. Zum Löten komme ich mangels Equipment frühestens im Juni dieses Jahres.

Nach Abschluss des Beschliffs wurde das stark im Röllchen verpresste feuchte Abrassiv mit einer kleinen Sicherheitsnadel ausgekratzt und das Röllchen anschließend mit einem Borstenpinsel und Wasser von Innen gereinigt.
Wie auf dem zweiten Bild zu sehen ist, sind noch Überreste vom Abrassiv in der noch zu lötenden Naht verblieben.
Diese müssen vor dem Löten entsprechend entfernt und die Naht vor dem Löten nochmals gereinigt werden.

Wie sich herausstellte, ist die Verwendung eines konisch geformten Stöckchens (hier handelsüblicher Pinsel) für die Aufschäftung eines solchen Metallröllchens zwecks Beschliff und Politur mit Vorsicht zu genießen: Es ist dabei darauf zu achten, dass oberflächenunbehandeltes Holz durch den Kontakt mit Wasser (je nach Holzart) sehr stark aufquellen kann, wodurchsich das Metallröllchen auf dem Holz sehr stark festklemmen kann. Besser geeignet für den Beschliff und die Politur bei Anwendung dieser Methode wäre also wohl z.B. ein leicht konisch ausgeformter Kupferdraht bzw. Kupferstab o.ä.

Die Kanten (Kränze) des Röllchens wurden auf einen Bohrstab (Hickory; Bezugsquelle USA) aufgeschäftet und mit einer entsprechenden Bohrung in Baumberger Kalksandstein (bei Zugabe von Wasser und ein wenig feinem Quarzsand) rotierend beschliffen und anpoliert).

Vorher-Nachher:
Auf dem zweiten angehängten Bild ist das Ausgangsmaterial für die Herstellung des Kupferröllchens zu sehen, ein Kupferblechplättchen mit abgerundeten Ecken von 1 mm Stärke bei den Abmessungen von 20 x 20 mm.

Das Kupferröllchen weist nun folgende ungefähre Abmessungen auf:

Länge (Torso) = ca. 14 mm
Durchmesser (außen) = ca. 7 bis ca. 7,25 mm (je nach Messpunkt)
Durchmesser (innen; an den Rändern) = ca. 5,25 mm bis ca. 5,5 mm (je nach Messpunkt)
Wandungsstärke: ca. 1 mm (und stellenweise durch den Beschliff und die Beschmiedung geringfügig, aber für mich kaum messbar weniger)

Testweise habe ich das Kupferröllchen auf ein Stück Strohband aufgezogen (siehe Bild 2).

Ich habe mich entschieden, die Oberfläche des Kupferröllchens zum Abschluss der Bearbeitung (nach dem geplanten Hartlöten) nicht zu stark auszupolieren, sondern ein paar Bearbeitungsspuren auf der Oberfläche zu belassen. Dies erhöht den "Charakter" des Schmuckstücks.
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Geschliffenes und anpoliertes Kupferröllchen D = 7,25 mm (2).jpg
Geschliffenes und anpoliertes Kupferröllchen D = 7,25 mm.
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Geschliffenes und anpoliertes Kupferröllchen D = 7,25 mm.jpg
Geschliffenes und anpoliertes Kupferröllchen D = 7,25 mm (2).
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Re: Altägyptische Schmuckherstellung

Beitragvon Sculpteur » 27.05.2023 18:04

Kaltschmiedendes Umbördeln eines kaltumformend und damit kaltschmiedend geformten Kupferröllchens mit den Abmessungen des Ausgangsmaterials (Kupferplättchen mit abgerundeten Ecken) von 16 x 16 mm bei 1 mm Stärke:

Die kaltschmiedende Bördelung einer Seite des Kupferröllchens erfolgte mit einem kleinen Klopfstein (weiche Sandsteinart).
Das Gewícht des Klopfsteins hätte in puncto Effizienz größer sein können, bei entsprechendem Zeitaufwand stellte die Verwendung des Klopfsteins hier jedoch kein Problem dar.
Gebördelt wurde an der Kante einer Betonfläche und auf der Betonfläche (als Unterlage).

Der Sinn dieses Vorversuchs lag darin, herauszufinden, ob sich durch Umbördeln mit einem Klopfstein der Durchmesser des zuvor hergestellten Kupferröllchens soweit veringern lässt, dass es als Schmuckstück auf einen z.B. sehr dünnen Draht aufgezogen werden kann (zwecks Zentrierung des Röllchens auf dem Draht).

Der Vorversuch war insofern erfolgreich (mehr dazu später).

Diese Umformtechnik von Kupferrohr bzw. Kupferröhrchen ist möglicherweise auch interessant im Hinblick auf die Herstellung von Retuscheur-Aufsätzen aus Kupfer, wenn sie sich auch auf größere Durchmesser von Kupferröllchen und Kupferrohr übertragen lässt [qed]; zur Anwendung von Reruscheuraufsätzen aus Kupfer siehe [A1].
Für die Herstellung eines Retuscheuraufsatzes wäre dann vermutlich eine Lötung des Kupferröllchens sinnvoll bzw. erforderlich [qed].

QUELLEN:
Artikel:
Lund, Marquardt: Egyptian depictions of flintknapping from the Old and Middle Kingdom, in the light of experiments and experience. In: Graves-Brown, C. (ed.) 2015: Egyptology in the Present. Experiential and experimental methods in Archaeology. Swansea. p113-137; April 2020.
Link zum PDF-Dokument bei ResearchGate: https://www.researchgate.net/publicatio ... tal_method

Bücher:
Stocks, Denys A.: Experiments in Egyptian Archaeology - Stoneworking Technology in Ancient Egypt, Verlag Routledge; Taylor&Francis Group, London (UK), 2013.
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Rundbördeln einer Kupferröhchenkante (1).jpg
Rundbördeln einer Kupferröllchenkante.
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Re: Altägyptische Schmuckherstellung

Beitragvon Sculpteur » 28.05.2023 17:35

Heute habe ich die gestern hergestellte Anbördelung eines Rundköpfchens am zuvor hergestellten Kupferröllchen grobgeschliffen, feingeschliffen und poliert.

Grobgeschliffen wurde auf relativ glatten bis glatten Oberflächen von relativ weichem Sandstein und auf Basalt.
Feingeschliffen und poliert wurde in einem am oberen Ende passend ausgehöhlten Stück Haselholz (Astabschnitt). Das Stück Haselholz hatte ich zuvor als Fidelbohrerstab ("Fire Drill Stick") nach dem Vorbild des Tutanchamun verwendet [siehe [Stocks, 2013] u. [gWiki1], bis es schließlich zu verschlissen war, um es für Bohrarbeiten zu verwenden, für die ich es genutzt hatte.
Als Abrassiv Verwendung fand handelsüblicher feiner Qaurzsand (Zusammensetzung laut Angaben des Inverkehrbringers: 93% feiner Quarzsand, 3,5% Juracalcit, 3,5% Muschelgrit).

- Bitte nicht nachmachen! Bitte im Hinblick insbesondere auf den Umgang mit Quarzsand den Disclaimer zu Beginn dieses Themas unbedingt beachten! -

QUELLEN:


Bücher:

[B1]:
Stocks, Denys A.: Experiments in Egyptian Archaeology - Stoneworking Technology in Ancient Egypt, Verlag Routledge; Taylor&Francis Group, London (UK), 2013 (siehe [B1]).

deutschsprachige Wikipedia:

[gWiki1]:
Bibliografische Angaben für „Tutanchamun“
Seitentitel: Tutanchamun
Herausgeber: Wikipedia – Die freie Enzyklopädie.
Autor(en): Wikipedia-Autoren, siehe Versionsgeschichte
Datum der letzten Bearbeitung: 27. Mai 2023, 06:46 UTC
Versions-ID der Seite: 234064170
Permanentlink: https://de.wikipedia.org/w/index.php?ti ... =234064170
Datum des Abrufs: 28. Mai 2023, 17:11 UTC
Dateianhänge
Rundbördeln einer Kupferröhchenkante (5).jpg
Rundbördeln einer Kupferröhrchenkante (5).
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Detailaufnahme des polierten kupfernen Köpchens.
Rundbördeln einer Kupferröhchenkante (4).jpg
Rundbördeln einer Kupferröhrchenkante (4).
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Bild OL: Politur des zuvor feingeschliffenen kupfernen Köpfchens mit genässtem Quarzsand im ausgehöhlten Haselholz (Liquid hier: Leitungswasser).
Bild OR, UL, UR: Ergebnis der Politur nach etwa 15 - 20 Minuten Politurarbeit.
Rundbördeln einer Kupferröhchenkante (3).jpg
Rundbördeln einer Kupferröhrchenkante (3).
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Das gebördelte und feingeschliffene Köpfchen aus Kupfer in der Detailaufnahme.
Rundbördeln einer Kupferröhchenkante (2).jpg
Rundbördeln einer Kupferröhrchenkante (2).
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Bild OL: In ein an der Oberseite ausgehöhltes Stück Haselholz eingefülltes Abrassiv (feiner Quarzsand; handelsüblicher Vogelsand).
Bild OR: Feinschleifen des gebördelten Kupferköpchens im ausgehöhlten und mit Abrassiv gefüllten Holz: Hierfür wurde der Holzstab aus Hickory (handelsüblicher Drumstick; Bezugsquelle USA) mit dem aufgeschäfteten Kupferwerkstück einfach in der mit feinem trockenem Quarzsand gefüllten Aushöhlung im Haselholz hin- und hergedreht. Für den Feinschliff wurden nicht mehr als 5 Minuten benötigt.
Bild UL: Ergebnis des Feinschliffs durch Trockenschliff im ausgehöhlten Haselholz.
Bild UR: Detailaufnahme des feingeschliffenen Köpfchens aus Kupfer: das Kupfer wurde in der zuvor erfolgten Kaltschmiedung (siehe vorherige Dokumentation hier im Thema) so stark verdichtet, dass eine Naht des ungelöteten Kupferteils mit dem bloßen Auge kaum auszumachen war. Auch eine Öffnung im gebördelten Kupfer, herrührend von der vorherigen Röllchenform des Kupfers iwar mit dem bloßen Auge kaum auszumachen. Erst eine stark vergrößerte Nahaufnahme würde aufzeigen, dass das Kupferteil auch im Bereich des Köpchens bisher nicht gelötet ist.
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