Wann kam der Mensch auf den Hund?

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Beitragvon Manu » 09.02.2011 11:50

Kurze Zwischenfrage, gibt es in den Alpen wieder Bären?
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Beitragvon Mela » 09.02.2011 11:52

Ja, in der Schweiz sind es pro Jahr zwei bis drei - Darunter auch der "Problembär" JJ-irgendwas..., der vor einigen Saisonen abgeschossen werden musste.

Italien hat eine recht ansehnliche Population unterdessen, die meisten wohnen aber wohl immer noch in Slowenien.

Liebe Grüsse

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Beitragvon Manu » 09.02.2011 11:55

Sind das dann Braunbären?
Wandern die nicht so schnell wie Wölfe? Sind die Bären mehr an ihr Revier gebunden?
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Beitragvon Mela » 09.02.2011 11:58

Die wandern vor allem sehr grosse Strecken, sind aber (bis auf Mütter mit Jungtieren) extreme Einzelgänger und haben grosse Reviere und sind sehr menschenscheu - normalerweise, an Menschen gewöhnte Bären sind dann eher problematisch.

JJxy hatte ein Gebiet, dass ein Teil Südtirols und das Münstertal in der Schweiz umfasste.

Liebe Grüsse

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Beitragvon Manu » 09.02.2011 12:06

Na ja, wenn einem so ein Bär mal einen freundschaftlichen Klapps gibt ...
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Beitragvon FLAVIVS » 09.02.2011 12:18

Hallo Chris!

Genau so ist es!
Unsere Wölfe brauchen im Winter nicht zu jagen, da ein Bauer in unserem Dorf genügend Futter über den Zaun wirft! :evil:
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Re: Wann kam der Mensch auf den Hund?

Beitragvon Fridolin » 03.08.2011 18:48

A very well-preserved 33,000 year old canine skull from a cave in the Siberian Altai mountains shows some of the earliest evidence of dog domestication ever found.

http://www.bbc.co.uk/news/science-environment-14390679
Es lebe die deutsch-bandkeramische Freundschaft!
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Re: Wann kam der Mensch auf den Hund?

Beitragvon ulfr » 22.08.2011 19:42

Die Einheimischen auf Borneo glauben, dass die Orang-Utans nur deswegen nicht sprechen, weil sie sonst arbeiten müssten.
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Re: Wann kam der Mensch auf den Hund?

Beitragvon hunasiensis » 23.08.2011 17:50

Danke, Wulf.

Soweit ich bisher wusste, konnte man den Domestikationsgrad bei Hunden/Wölfen gerade an den Zähnen festmachen, die in dem Artikel explizit nicht dafür hergenommen werden konnten, da 'wolf like'.

Welche anderen Merkmale des Skeletts weisen im vorliegenden Fall auf die Domestikation hin?
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Re: Wann kam der Mensch auf den Hund?

Beitragvon ulfr » 23.08.2011 18:37

Animals that were more comfortable around humans underwent changes in their growth rates—probably regulated by hormones—that eventually changed their reproductive patterns, sizes, and shapes, turning them into dogs, Crockford said by email.

For example, dogs became smaller, developed wider skulls, and gave birth to bigger litters than wolves, she said.

Bei Tieren, denen es in der Umgebung der Menschen besser ging, veränderte sich die Wachstumsraten - möglicherweise von Hormonen gesteuert - (ich glaube da eher an Gen-Methylierung ...) die dann evtl. ihre Reproduktionsmuster, Größe und Gestalt änderten und sie so in Hunde verwandelte.
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Re: Wann kam der Mensch auf den Hund?

Beitragvon ulfr » 12.02.2018 13:31

Neues zum Hund von Oberkassel:

https://www.universiteitleiden.nl/en/ne ... 4000-years

"Prehistoric people may well have had an emotional bond with domesticated dogs much earlier than we thought. Leiden PhD candidate and vet Luc Janssens discovered that a dog found at the start of the last century in a grave dating back 14,000 years had been sick for a long time and had been cared for. Publication in the Journal of Archaeological Science."

Originalpublikation ist noch nicht raus.
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Re: Wann kam der Mensch auf den Hund?

Beitragvon Sculpteur » 12.02.2018 14:47

Hier bei uns sind übrigens auch Wolfsrudel durchgezogen.
Ich habe im Wald in der Nähe auch vermutlich eine von deren Hinterlassenschaften gesehen: Ein ausgeweidetes Rehkitz. Das ist für zartbesaitete und Eltern, die mit ihren Kindern im Wald spazieren gehen, natürlich nicht leicht zu verdauen, aber eben die Natur. Das geschlachtete Schwein oder Rind kennen die Menschen von heute in der Regel eben aus dem Tiefkühlregal oder der Fleischauslage und geschlachtet werden davon hier in der Region wöchentlich unglaublich viele. :|

Ich finde es großartig, dass es wieder wilde Wölfe gibt und unsere Ortschaft wude sogar bei Quarks & Co erwähnt, wenn ich mich mit der Sendung nicht irre.

Damals 2006 als ich in der Schweiz monatelang wandernd unterwegs war, hat man mich vor dem einen Bären gewarnt, der damals irgendwo in der Schweiz unterwegs war. :D . Ich hatte aber ohnehin keinen Honig dabei. :wink:

Jährlich kommen endlos viele Wildtiere allein durch die Zeitumstellung im Straßenverkehr um und hier wird auch ständig gejagt. Wenn aber ein paar wilde Wölfe unterwegs sind, wird von manchen großes Trara gemacht. Ein nicht abgeleihnter Hund kann ein trächtiges Schaf ebenso zu Tode hetzen oder wildern. Hier schmeisst wegen der Wölfe bisher jedenfalls niemand Blutbeutel ans Rathaus.

Was die Länge der Schnauze des Lupus angeht: Meiner unmaßgeblichen Meinung nach darf nicht außer Acht gelassen werden, dass langschnäuzige Säugetiere wie Wolf und Hund ihre Schnauzen teilweise auch als Grabe- und Wühlwerkzeug zum Durchstöbern des aufgebuddelten Erdreichs verwenden. Wenn bei dauerhafter Fütterung durch den Menschen die Notwendigkeit für lange Wühlschnauzen verloren geht, kann es ja sein, dass das eventuell einen Grund für die Rückbildung darstellt.

Ich finde es übrigens furchtbar, wie in Filmen, Geschichten und Computerspielen weiterhin und geschäftstüchtig die Mär vom bösen Wolf aufrecht erhalten wird. In den Tomb-Raider-Spielen z.B. wird trotz des interessanten Bezugs zur Archäologie teilweise aufs brutalste einfach auf alles geballert, was sich bewegt, sogar auf seltene und vom Aussterben bedrohte Tierarten und ich finde, das geht gar nicht. Das ist ein ganz schlechtes Vorbild, vermittelt ein völlig falsches Bild vom Wolf und ist damit im Hinblick auf Erziehungsaspekte und angemessenen Umgang mit der Natur völlig kontraproduktiv. Hier herrscht ganz dringender Handlungsbedarf.

HG,
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