Gewölbter Schild: wie gemacht?

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Beitragvon David » 03.04.2008 21:18

Nun ich denke auch die Schilde wurden nach dieser Art gebaut!

Aber sicher sind auch flache Schilde möglich, aber in welchem Zusammenhang?

Wie Christian sagt nur als Prunk- bzw. Statusschilde?

Dann kommt das noch mit dem Kragen der Schildbuckel!
Die können auch leicht abgewinkelt sein, dass der Schildbuckel sie beim befestigen mit den Schildnägeln leicht dagegen spannt.

Ist aber nur eine Möglichkeit!

Ich gehe aber auch von einer Wölbung aus.


Nun ich bin kein Germane, kann euch nur soweit Helfen!
Zuletzt geändert von David am 05.04.2008 19:39, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon XorX » 04.04.2008 08:51

Von SchiBurändern und ihrer Wölbung auszugehen, um auf die Wölbung von Schilden zu schließen, halte ich für gewagt; bei gebogenen is das natürlich anders.
Meiner Erfahrung nach kann man Schildbuckel mit Randwölbung genauso auf gewölbte wie auf flache Schilde montieren; der Unterschied liegt nur in der Auflagefläche des Randes am Holzkörper.

der XorX
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Beitragvon C. Koepfer » 04.04.2008 09:19

Also wenn?s Dich wirklich interessiert, schicke ich Dir gerne eine Kopie meiner MA-Thesis. Im Prinzip reicht es diesbezüglich aber auch, Dir dieses Bild anzusehen:
Bild
C. Koepfer
 

Beitragvon Steve Lenz » 04.04.2008 09:26

Die obere Variante ist gar nicht so dämlich! Der Buckel ist "federnd" gelagert, kann schwingen und nimmt einen Teil der Auftreffenergie. Evtl. noch eine Unterfütterung mit Weichholz?! Sind die Nägel entsprechend im Fundgut?
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Beitragvon C. Koepfer » 04.04.2008 10:17

Nägel sind wie unten. Für eine Weichholzunterfütterung gibt es keinerlei Belege. "Federnd" nur, wenn das Metall entsprechende Eigenschaften gehabt hätte. Bei Bronze vielleicht noch. Andere verwendete Materialien würden einfach verbiegen. Dazu kommt, daß der Buckel so nicht besonders fest sitzen könnte, und horizontal wie vertikal verschiebbar wäre. Darüber hinaus, ist das nur eine vereinfachte Zeichnung, da kommen ja oft noch interne und/ oder externe Schildfesseln etc. dazu, die im Verbund der Teile auch eher das untere Bild belegen.

Was den Schildkorpus angeht: Ich habe eben erst einen Dura Schild aus Planken gebaut, und dabei die Maße der Latten des Schildes verwendet. Holla. Der ist horizontal fast so gewölbt wie der Kasr-El-Harit Schild. :o
Vertikal auch noch um mehrere Zentimeter (6-7)


Wenn man bei den Brettern also links und rechts, oben und unten nur jeweils z.B. 1,5-2mm sich zur Mitte hin verjüngend abnähme, käme man schon auf eine Wölbung, die mit den Schildbuckeln in Einklang zu bringen wäre. Solch minimale Verjüngungen wären an den Schildfunden aus den Mooren nicht ohne weiteres erkennbar.
C. Koepfer
 

Beitragvon XorX » 05.04.2008 10:46

Punkt für dich :o
Die Nägel hatte ich so noch nicht betrachtet...
Muß ich mir meine MWZ - Sachen nochmal zu Gemüte führen.

der XorX
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Beitragvon Steve Lenz » 05.04.2008 17:01

Ach so - dann habe ich die Fragestellung falsch verstanden, Christian. Verschiebbar wäre her hingegen nicht, solange die Nagelspitzen um- und wieder ins Holz geschlagen worden wären.
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Beitragvon David » 05.04.2008 19:47

Ich meinte auch nur leicht abgewinkelt:

Bei einem gewissen Winkel der Schildbuckelränder gibt es nur die Wölbung am Schild!
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Beitragvon Hans T. » 05.04.2008 20:07

Ich hab nicht allzuviel an Literatur zu Illerup etc. aber die Beschreibung der Bretter (Erle, Eiche,Pappel, Linde) sagt etwas von 3mm am Rand (sic!) und 10mm in der Mitte. Hauchdünn...und der Winkel von 3mm auf 10mm ist auf die Strecke auch nicht der Hit, um abgewinkelte Buckelränder zu erklären. Wobei alle Rekonstruktionen (der Originale, auch Thorsberg etc) und Nachbauten immer flache, keine gewölbten Schilde zeigen.

H
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Beitragvon David » 06.04.2008 15:37

Das ist einer von einer Serie von runden Schildern mit Brettern.

http://img.photobucket.com/albums/v666/ ... G_0088.jpg

Diesen Schild gibt es auch mit einer Wölbung.
Mit Brettern nach oben und unten verjüngt von 3-5mm bekommt man eine kleine Wölbung hin.
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Beitragvon Aulus » 13.02.2009 20:30

Hat jetzt mittlerweile schonmal einer einen Schild gebaut der sich auf der Vorderseite von der Mitte aus zum Rand verjüngt (Illerup)? Ich habe meinen Buckel und die Fessel bekommen (danke XorX) und wollte demnächst mal loslegen.
Aulus
 

Beitragvon Stanislav » 14.02.2009 01:13

Jap aulus habe ich gemacht, weist was passiert ist? Der Schild ist nach aussen gegangen :shock:
Ich hab da auch mal getestet, und bin zu dem persönlichen Schluss gekommen es muss beidseitig abgenommen werden, und jetzt kommts ABARTIG genau!! Wenn ich nur 0,5mm mehr abgenommen hatte auf einer Seite dann tellerte des ganze!
Stanislav
 

Beitragvon Vladislawa » 14.02.2009 09:07

Bild

Daran musste ich mich zu dem Thema Nägel gerade erinnern. Ist ein Bild aus dem römischen Museum Augsburg, zeitlich (so grob) einzuordnen bei Fussschaukelringen (Latene?).
Vladislawa
 

Beitragvon Aulus » 24.02.2009 04:43

Hm, ist der doch sorum verzogen Dein Schild? ok

Mit dem beidseitigen Abnehmen kann ich mich so gar nicht anfreunden. Ich wollte mich schon Bauartmäßig an die Illerup Schilde halten da mir diese für meine Zeit als "Massengut" schlüssiger sind als evtl. Schichtverleimte Schilde.

Übrigens währe so auch eine gewölbte Kalotte an den Schildbuckeln erklärbar. Vor allem wenn zu der gewölbten Kalotte eine gerade Schildfessel gefunden wurde.
Aulus
 

Beitragvon David » 21.12.2009 20:55

Römische Schilde.
Studien zu Funden und bildlichen Überlieferungen vom Ende der Republik bis in die späte Kaiserzeit

http://www.vml.de/d/detail.php?ISBN=978-3-89646-138-4

Es ist auch der verlorene Schild aus Dura Europos ist dabei.
Er existiert leider nur noch als Zeichnung und Beschreibung.
Der Rundovalschild ist in der Kreuzverleimung Hergestellt wie der Rechteckschild!
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